Tag 3: Eastbourne – Klippen – Brighton – Arundel – Chichester – Southsea

Meinen heutigen Eintrag beginne ich mit einem Gedicht. Übrigens meinem ersten selbst geschriebenen Gedicht in Englisch:

I stood under the shower
Hour by hour
The water stayed cold
Now I am old.

Aber erst einmal zum gestrigen Tag.

Die Nacht in unseren perfekten Hotelzimmern war sehr schön, das Frühstück reichhaltig und nett und der Abschied von unseren Gasteltern tatsächlich ein bisschen traurig.

Unser erster Weg führte uns zum Supermarkt, damit Martin sich wenigstens ein paar Klamotten kaufen konnte. Dann machten wir uns auf nach Eastbourne. Eliana war ja letztes Jahr mit der Schule dort und wollte uns alles zeigen. Leider konnte sie uns den Pier nicht mehr zeigen, der war ja vor fünf Tagen abgebrannt. Der Brandgeruch hing noch deutlich in der Luft. Ich finde sowas immer sehr traurig, ich weiß auch nicht… 😦 So sieht es jetzt hier aus:

027_Eastbourne 028_Eastbourne

Von Eastbourne aus fuhren wir die Küstenstraße entlang und hielten schon bald wieder an, um zu den berühmten Klippen bei Beachy Head zu laufen. Von hier konnte man nicht nur auf Eastbourne zurück schauen und Paraglider beobachten:

029_Eastbourne

Sondern auch viele Fotos von den Klippen machen:

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Es war wirklich beeindruckend und wunderschön und wir sind viel länger geblieben, als wir eigentlich wollten. Dazu noch die herrliche Seeluft – ich hätte mich dort einfach ins Gras schmeißen können!

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(Die Klippen in der Ferne sind die berühmten Seven Sisters)

Danach ging es weiter nach Brighton. Wie auch schon in Eastbourne steht hier die ganze Küstenstraße („Parade“) voll mit Viktorianischen Häusern. Ich bin ja sowieso ein Fan des Jugendstil und ich bin richtig begeistert, wie wunderschön die englische Variante ist. Nachdem ich den Pier in Brighton gesehen habe, bin ich noch trauriger über das Feuer in Eastbourne. Es ist einfach eine großartige Architektur.

Aber erstmal sind wir vom Parkhaus aus zum Royal Pavillon gelaufen. In einem Reiseführer steht, dass das Ding einen schockieren muss. Ich finde es faszinierend. Ich muss es nicht unbedingt in meinem Garten stehen haben, aber so wie es hier in Brighton herumsteht, finde ich es cool:

035_Brighton

Dann sind wir vom Pavillon durch ein paar Altstadt-Gassen zum Strand gelaufen und haben uns den Pier angeschaut.

036_Brighton

Wie schon gesagt, die Architektur ist faszinierend, aber wenn man in die große Halle kommt, ist man wirklich geschockt, das ist ein Stilbruch, der irgendwie einzigartig ist: alles ist voll mit Spielautomaten, aus jeder Ecke tönt eine andere „Musik“ und dazu diese vielen Neonlichter… Fürchterlich!!!

037_Brighton

Ich wette, 95% der Menschen, die sich hier drin vergnügen, schauen nicht nach oben, um zum Beispiel das hier zu entdecken:

037_Brighton2

Ich weiß nicht, wie viele Glasfenster die Halle schmücken, aber jedes ist anders und wunderschön!

Wir sind übrigens ganz schnell wieder nach draußen geflohen. Im hinteren Teil des Piers ist übrigens ein richtiger Vergnügungspark aufgebaut, da wollten wir gar nicht mehr hin. Am Strand neben dem Pier steht ein großes Riesenrad und viele waren am Baden, die haben wir dann doch ein wenig beneidet:

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Wieder auf dem Rückweg zum Auto habe ich noch folgendes faszinierende Motiv entdeckt:

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Nun war es doch schon später geworden, als wir ursprünglich wollten, aber das war nicht schlimm. Arundel Castle wollten wir noch besuchen, das hatte schon geschlossen, aber wir haben es von außen gesehen:

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Und wir haben die beiden Kirchen noch besuchen können. St. Mary’s mit einer ungewöhnlichen Graffiti-Orgel:

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Und die uralte Kirche St. Nicholas mit dem uralten Friedhof. Das war ein echter Kontrast: innerhalb einer Stunde aus der Spielhölle hierher. Wir haben es genossen!

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Dann ging es weiter nach Chichester. Auch hier hatte die Kathedrale schon geschlossen, so konnten wir sie nur von außen betrachten. Schade, aber nicht zu ändern. Direkt neben der Kirche ist ein Internat für Chorknaben – ob Bernstein für sie wohl seine Chichester Psalms geschrieben hat?

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Nach dem kurzen Besuch im verschlafenen Chichester (machen hier die Geschäfte wirklich schon um 17:30 Uhr zu???) fuhren wir noch in einem großen Supermarkt vorbei und dann zu unserer Übernachtung in Southsea. Die Vermieterin hatte mich kurz zuvor angerufen, völlig aufgelöst, dass es ein Problem mit der Wohnung gebe und wir woanders schlafen müssen. Ich habe sie beruhigt, dass wir nur vier Betten brauchen, alles andere sei uns egal. Sie schickte mir die neue Adresse und als wir dann da waren, hat sie es erklärt: der Nachbar in ihrer Mietwohnung rief sie an, seine Toilette sei kaputt gegangen und hätte ihre ganze Wohnung überschwemmt. Nun haben sie hier (Vater, Mutter, zwei Töchter) tatsächlich zwei Zimmer für uns freigeräumt und wir haben jetzt alle unter einem Dach geschlafen. Es war eng und improvisiert, heute morgen kam in der Dusche nur kaltes Wasser (s.o.), aber echt total nett und herzlich. Heute morgen wollen wir früh weiter, da haben sie wieder ihre Ruhe, die Ärmsten…

Noch ein kleines Detail, das ich hier vor der Haustür entdeckt habe zum Abschluss:

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